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Traditional Thanksgiving Dinner

Dieses Wochenende hätte man unter diverse Schlagzeilen setzen können. Z.B. “Pute reist im öffentlichen Nahverkehr!” oder “Pute fährt Fahrtstuhl!” oder einfach nur “Die Köche sind verrückt!”. Wir haben die jährliche Megakochaktion hinter uns – jetzt kann Weihnachten ganz entspannt kommen ;-)

So sah der Vogel aus, als er aus dem Ofen kam:

Stramme 6 kg (danke an E., die sich mit der Pute im Arm auf die Personenwaage stellte, um das genaue Gewicht zu ermitteln, damit wir wusste, wie lange sie in den Ofen muss – also die Pute).

Dem voran ging eine längere Kochaktion, bei der wir spontan noch mehrere Liter Geflügelbrühe hergestellt haben und in Windeseile noch der vergessene Staudensellerie beim Biomarkt gekauft wurde (T., Du bist mein Held!).

Auf Tisch und Teller sah das Ganze dann so aus:

Was gab’s im Einzelnen?

  • Roasted Turkey with Bread Stuffing
  • Mashed Potatoes
  • Buttered Peas
  • Caramelized Chestnuts
  • Baked Sweet Potatoes

Das Spannende an der ganzen Nummer war vor allem, wie der neue alte Backofen wohl mit der Pute zurechtkommen würde. Nachdem wir erleichtert feststellen durften, dass die Pute reinpasste (riesen Juchuu), war nicht ganz klar, ob die 175 Grad Umluft genauso eine Wirkung entfalten würden, wie mein alter neuer Backofen zuvor. Hat aber alles geklappt. Nach nicht ganz drei Stunden war der Vogel fertig und perfekt.

Da so eine Pute eine schöne Alternative zur fetten Weihnachtsgans ist, hier das Rezept für Pute und Füllung:

  • eine ganze Pute (Garzeit variiert je nach Gewicht der Pute)
  • 1 Packung Vollkorn-Sandwich-Toast
  • 3-5 Schalotten
  • 5-7 Standen Staudensellerie/Bleichsellerie
  • 120 g Butter
  • 1 TL Salz
  • je 1 EL getrockneter Majoran und Salbei
  • 150 ml Geflügelbrühe (selbstgekocht aus dem Hals der Pute, der dankenswerterweise von der Metzgerin mit dazugelegt wurde)
  • 50-100 ml warme Milch
  • etwas flüssige Butter zum Einpinseln der Pute

Für die Füllung wird das Toasbrot am Vorabend (!!) zum Trocknen auf der Arbeitsplatte ausgebreitet und ein paarmal gewendet. Dann die Ränder abschneiden und später mal Enten füttern gehen und die Brotscheiben in Würfel (ca. 1 cm) schneiden.

In einem Topf die Butter schmelzen und die fein gehackten Schalotten darin bei geringer Temperatur leicht andünsten. Die Brotwürfel in eine große Schüssel geben und die Gewürze dazugeben und gut durchmischen. Dann die Butter-Schalottenmasse darübergießen und die Brühe sowie die Milch portionsweise dazugießen. Mit den Händen durchmischen (nicht kneten!), so dass die Würfel nicht matschig werden, aber auch nicht mehr trocken sind. Das ist Gefühlssache, es soll eine fluffige Masse entstehen, bei der die Würfel ihre Form behalten.

Die Pute gründlich waschen und innen und außen trockentupfen. Mit der Brotmasse füllen (es wird nicht alles reingehen, der Rest wird in eine Auflaufform gegeben, kurz mit in den Ofen gegeben und später als Beilage gereicht, weil alle Stuffing lieben und das, was in der Pute ist, nicht ausreicht!). Dabei die Masse locker einfüllen, nicht reinpressen, als gäb’s kein Morgen!

Die Öffnung mit Bratengarn zunähen und die Schenkel ebenfalls zusammenbinden. In eine große Bratenform (am besten auf ein eingelegtes Gitter) geben und die Pute mit flüssiger Butter bepinseln.

Im Ofen (Umluft 175 Grad) braten lassen. Dabei jede halbe Stunde mit der Butter bepinseln und die Pute mit etwas Alufolie abdecken, wenn sie schön braun ist (ggf. am Ende der Garzeit nochmal die Folie entfernen).

Die Pute ist mit ziemlich großer Wahrscheinlichkeit gar, wenn man an den Schenkel “rumwackeln” kann und diese sich locker bewegen lassen (meine Güte, meine Mutter pflegt zu sagen “wiggle, wiggle”, wie soll man das erklären!?)

Die Pute aus dem Ofen nehmen, aus der Bratenform heben und in viel Alufolie einwickeln. Mindestens 20 Minuten ruhen lassen – in der Zeit kann man sich in Ruhe um die letzten Beilagen kümmern.

Das Fett (bei einer Pute recht wenig) aus der Bratenform abschöpfen und beiseite stellen. Mit kochend heißem Wasser die Bratenreste aus der Form lösen und alles in einen Topf geben. Hieraus wird die Sauce hergestellt. Mit etwas Geflügelbrühe auffüllen und abschmecken. Ggf. mit etwas Stärke abbinden.

Die Pute tranchieren und die Füllung mit einem Löffel aus dem Inneren holen und mit servieren.

Dankbar sein – für alles.

5 Kommentare zu “Traditional Thanksgiving Dinner

  1. Wiggle, wiggle? *gacker*
    Warum hast du mich nicht eingeladen? Ich hätte mich auch mit der Pute auf die Waage gestellt (und wäre danach in Ohnmacht gefallen, weil die Pute mindestens 25 Kilo wiegen muss, weil ich sicher kein Gramm mehr als 50 Kilo auf die Waage bringe. Oder so….) :D

    • Dass Du Dich auch mit der Pute auf die Waage gestellt hättest, weiß ich zutiefst zu schätzen, liebe Cooketteria! Dein Rechenspiel ist dazu höchst interessant ;-)
      Einen schönen Adventssonntag!
      Em

  2. woah, sieht das lecker aus :) Da wär ich gerne dabei gewesen ;)

    LG, Marlene

  3. Jeder, der sich an so einen Mordsvogel rantraut und auch noch solch ein leckeres Ergebnis vorweisen kann, verdient Hochachtung. Ich haette viel zu viel Schiss, den armen Flattermann in die dickste Schuhsohle der Welt zu verwandeln.
    Ich bin in Kasernennaehe gross geworden und war als Kind & Teenager einige Male zum Thanksgiving Dinner bei Nachbarn. Das waren immer sehr schoene Abende.

    liebe Gruesse,
    Persis

  4. @ Marlene: nächstes Jahr, Ende November ;-)

    @Persis: das mit dem Vogel ist gar nicht so dramatisch, wie es aussieht oder klingt. Es ist schwieriger ne gute Pasta zu machen. Kannst ja mit nem Hühnchen anfangen und Dich langsam hochkochen? ;-) Nur Mut!
    LG,
    Em

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